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Komm Liebste, komm,
pflücke ihn mir
von den Lippen
mit deinem Atem
und deiner Lust

Komm Liebste, komm!

Celandi

Spanisch

Du bekommst es spanisch und feurig.
Du bekommst meine sehnsuchtsvolle Glut
auf Deinen Körper gestreut, du weißt wie
ich tanze, du weißt wie ich liebe.
Rot wie der Rioja in Deinem Glas
ist mein Verlangen und heiß breitet sich die Glut
in meinem Körper aus.
Der Flamenco, der in unseren Körpern tanzt.
Ich liebe diese schwüle Enge, wo ich
unbemerkt Deine Beine berühre und mit Dir füssel.
Du liebst diese scheinbar zufälligen Berührungen und
du liebst die Blicke, die Dich entblößen.
Du liebst dieses Glitzern und Funkeln in meinen Augen und
spürst den Tiger in mir, der kurz vor dem Sprung seine Beute taxiert.
Hier meine Pranke umfasst Deine geilen Hüften,
hier meine Blicke
krallen sich in Deine Brüste und
hier meine Zähne fressen sich in
deinen Hals und geben Dir den Todesbiß,
du willst es spanisch, du
bekommst es feurig zu den Rythmen meines Blutes.
Weib, tanze, tanze und bewege Deine Rosenblüten im Rythmus unserer Lust.
Lass Dich fallen in meine Arme, damit ich Dich in Fetzen reiße,
wie eine unschuldige Beute. Die Kerzen auf den Tischen flackern und
meine Lust blitzt aus meinen Augen.
Ich überschütte dich mit den rotesten Rosen dieser Nacht,
mit den Küssen meines unendlichen Verlangens.

Tanze, tanze durch die Nacht, aber tanze, tanze für mich, tanze für
die Liebe, tanze für die lebensfrohe Lust in meinem Herzen.
Meine Blicke begleiten dich und krönen dich zur Königin dieser Nacht.

celandi

Das Streicheln

Das Streicheln
berührt die Lippen
weich
wiegend

entlockt
geheimes

tonlose Worte
sprechen fühlbare Sprachen
im Aufeinandertreffen
Schwingungen
Verbindungen

fließend
fühlend

flüchtig
fliehend
festhaltend

suchend

welten
erschließen
sich

lajja

Liebeslied

Dein Mund, der schön geschweifte,
Dein Lächeln, das mich streifte,
Dein Blick, der mich umarmte,
Dein Schoß, der mich erwarmte,
Dein Arm, der mich umschlungen,
Dein Wort, das mich umsungen,
Dein Haar, darein ich tauchte,
Dein Atem, der mich hauchte,
Dein Herz, das wilde Fohlen,
Die Seele unverhohlen,
Die Füße, welche liefen,
Als meine Lippen riefen -:
Gehört wohl mir, ist alles meins,
Wüßt nicht, was mir das liebste wär,
Und gäb nicht Höll noch Himmel her:
Eines und alles, all und eins.

Klabund
von lajja

feine zarte hände

deine worte sind
worte, die wärmen,
worte, die berühren,
sind wie feine zarte hände,

in der die bewegte seele ruht.

Celandi

Naschwerk

Naschwerk
Glück verdichtet
in lyrischen Versen
gesammelte Zärtlichkeiten
in zauberhaftem Lächeln
stiller Worte

Celandi

Ich hänge an deinen Worten,
hänge fröhlich schaukelnd
an deinen Lippen,
ich schwinge mich hoch hinauf
zu deinen Haaren und
wandere durch den Wald
voll wunderbarer Düfte.
Ich gleite hinab
zu deinem Mund und
streichle ihn sanft,
streichle ihn bis du
Worte zu mir sprichst,

Worte so warm und vertraut, …

Celandi

Ein Stern

über uns
um uns
in uns

er zieht seine Bahn
begegnet dem anderen

leuchtet aus sich heraus
blinkt in der Dunkelheit
malt Bilder
ist da mit seinem
Licht

Jeder Mensch hat einen Stern
jeder Stern hat einen Freund
sternengleich
trägt jeder des anderen Teil mit sich

Geheimnisvolles Leben
teilen sie

lajja

An der sonngewohnten Straße, in dem
hohlen halben Baumstamm, der seit lange
Trog ward, eine Oberfläche Wasser
in sich leis erneuernd, still’ ich meinen
Durst: des Wassers Heiterkeit und Herkunft
in mich nehmend durch die Handgelenke.
Trinken schiene mir zu viel, zu deutlich;
aber diese wartende Gebärde
holt mir helles Wasser ins Bewusstsein.

Also, kämst du, braucht ich, mich zu stillen,
nur ein leichtes Anruhn meiner Hände,
sei’s an deiner Schulter junge Rundung,
sei es an den Andrang deiner Brüste.

Rainer Maria Rilke
von lajja

Wilder Rosenbusch

Wie steht er da vor den Verdunkelungen
des Regenabends, jung und rein;
in seinen Ranken schenkend ausgeschwungen
und doch versunken in sein Rose-sein;

die flachen Blüten, da und dort schon offen,
jegliche ungewollt und ungepflegt:
so, von sich selbst unendlich übertroffen
und unbeschreiblich aus sich selbst erregt,

ruft er dem Wandrer, der in abendlicher
Nachdenklichkeit den Weg vorüberkommt:
Oh sieh mich stehn, sieh her, was bin ich sicher
und unbeschützt und habe was mir frommt.

Rainer Maria Rilke

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